Diese Vorrunde hat uns gezeigt, wie viel wir noch in Deutschland für den Futsal Bewegen müssen !!!
Der Hinflug bereitete schon die ersten Probleme, kurz vor dem Abflug hat das Vereinigte Königreich ihre Visastatuten deutlich verschärft, aufgrund der unruhen in England. Somit konnten zwei von uns nicht mit, zum Glück keine Spieler. Als wir dann endlich auf dem Flughafen in Edinbiurgh landeten, stellte sich heraus, dass drei Koffer beim Umsteigen in Amsterdam nicht mit uns mitgeflogen sind. Die drei betroffenen mussten also noch weitere drei einhalb Stunden auf dem Flughafen verbringen, bis die Koffer mit der nächsten Maschine nachgekommen sind.

Die Stimmung im Team war dennoch gut. Auch wenn wir wussten, dass im Gegensatz zum April beim DFB Futsal-Cup auf dem Nürburgring 5 Spieler nicht dabei waren, hatten wir auch in der zwischenzeit, drei Neuzugänge zu verbuchen. Durim Elezi (Hertha BSC), Mario Gemeinhardt (TW / Reinickendorfer Füchse) und Kevin Reinhardt (Baltic Teplice Tschechien).
Für alle drei war es die erste Erfahrung auf dem UEFA Futsalparkett, doch Kevin Reinhardt (erster deutscher Futsalprofi) hatte gute Erfahrungen aus Tschechien mitgebracht.
Unsere Wölfe beim TrainingDie Mannschaft ist gut versorgt worden am Sonntag Abend bei der Ankunft im Hotel. Im Allgemeinen ist die Mannschaft gut aufgenommen und versorgt worden von den Schotten. Am Montag hatte die Mannschaft zwei Termine, das erste Training um 10.00 Uhr und das erste Gruppenspiel der Gruppe A um 18.30 Uhr. Das Bells Sportcenter ist auf Hochglanz gebracht worden, der Belag hat dermaßen geglänzt, das mann sich selber wie in einem Spiegel sehen konnte. Vor dem Spiel wurde Standesgemaß mit einem Dudelsack Musikanten die Spiele eröffnet. Überhaupt konnte man die besondere Atmosphäre des UEFA Futsal-Cups im ganzen Sportcenter spüren. Das ist schon was ganz besonderes.
Spiel: Tampere - CroatiaUnser Team ging voller Elan an das erste Spiel ran, und hielt 25 Minuten prima mit, doch dann kam der Vorteil der Finnen zur geltung. Sie trainieren seit Jahren 3-5 mal wöchentlich. Haben fast an die 30 Futsalmannschaften im Verein (Männer,Frauen und Jugendbereich). Aktuell spielen im Kader 6 finnischen Futsalnationalspieler mit. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, haben wir uns gut verkauft. Das es am Ende dann 8:4 gegen uns hieß, ist ein wenig zu hoch, aber der Sieg ist dennoch gerecht zu bewerten für die Finnen.
Spiel: Perth - CroatiaNach dem Spiel beobachteten wir noch eine Halbzeit unsere zukunftigen Gegner, bevor ins Hotal fuhren um gemeinsam zu Essen und uns mit unserem Trainer Mario Ernesto Salvador auszusprechen. Nach der gemeinsamen Analyse starteten wir unseren nächsten Tag wohlgestimmt mit einem britischen Frühstück, was uns nicht gerade vom Hocker haute (Rühreier, Bohnen und gebratene Wurst). Um 12.00 Uhr hatten wir wieder das nächste Training um gewisse Taktische Elemente für das Abendspiel nochmal zu einzustimmen. Die Mannschaft war wieder gut drauf und konnte kaum das Spiel um 20.00 Uhr gegen Perth Saltires abwarten. Vor unserem Spiel haben wir uns noch das Spiel FS Ilves Tampere gegen KMF Bajo Pivljanin angeschaut. Es war ein hochklassiges Futsalspiel, wenn nicht das beste unserer Gruppe A. beide Teams agierten mit hohem Tempo, tollen Spielzügen und vielen trickreichen Spielzügen. Die Finnen konnten es genau schon wie gegen uns im letzten viertel der Spielzeit für sich entscheiden. Dies gab uns große Motivation auf unser bevorstehendes Spiel. Die Stimmung war gut, die Wölfe waren Hungrig und wollten die ersten drei Punkte einfahren. Nach großem Engagement und Kampf konnten wir die Schotten 3:1 besiegen. Unsere Wölfe waren erleichtert, schließlich galt es auch sich selber was zu beweisen und Deutschland gut zu vertreten. Denn wir merkten das Europa nicht schläft, sondern im Gegenteil auf der Überholspur sich befindet, gerade die Nationen die man nicht so auf der Futsalkarte hat. Z.B. die Skandinavischen und Britischen Nationen haben sich in den letzten 2-3 Jahren prima nach vorn entwickelt. Die Qualität ist eine ganz andere. Das liegt aber auch daran, das deren Sportverbände viel in die Infrastruktur des Futsals investiert haben. Dies ist deutlich zu spüren und auch zu hören bei den Gesprächen mit den anderen Vereinsmanagern. Alleine hätten sie diesen Qualitätssprung nicht geschafft.
Die Hügel von Edinburgh.
Ausflug nach Edinburgh
Am darauf folgenden Tag hatten wir Trainings- und Spielfrei. Wir nutzten es alle zu einem Ausflug in die wunderschöne schottische Hauptstadt Edinburgh. Die Stadt ist sehr alt und gewisse Eigenarten der schotten sind schon merkwürdig. Zum Beispiel stehen die schotten disziplinert wie in der Armee in einer Schlange an einer freien Bushaltestelle. Die tradionellen Taxen "Caps" sieht man überall in der Stadt. Unser Trainer hatte mal für 6 Monate in Edinburgh gelebt, so missbrauchten wir Mario E. Salvador als unseren Touristenführer. Er führte uns auf die größte Brücke Edinburghs, wo von man einen wunderschönen Blick auf das Schloss und die Hügel die Edingburgh umgeben, hat.
Unsere Wölfe vor dem SchloßWir hatten Glück, denn zu diesem Zeitpunkt findet einmal im Jahr für volle vier Wochen das Weltberühmten Straßenkomediantenfest statt. Komedianten und Entertainer aus aller Welt versucht über den härtsesten Weg die Menschen für sich auf den Straßen Edinburghs zu gewinnen und zu unterhalten. Wär hier besteht hat gute Chancen erkannt zu werden um mit dieser Art von Kunst sein Geld zu verdienen und gleichzeitig berühmt zu werden. Uns sind schon ziemlich merkwürdige Gestalten auf den Straßen begegnet, manchmal so gruselig und unheimlich, dass man eine Gänsehaut bekommen hat.
Er hats versucht unser Ivo...Aber es gab auch ziemlich lustige Sachen zu sehen oder ziemlich merkwürdige. Auf einmal hatten wir aber unseren Mannschaftskapitän verloren, doch zum Glück entdeckten wir ihn in einer Nebenstraße. Er hat sich gedacht, vielleicht kann ich mir hier auch ein paar Pennys verdienen, doch leider ging diese Aktion gründlich daneben. Zum Glück auch, wir brauchen ihn viel mehr auf dem Futsalplatz.
Anschließend pausierten wir alle gemeinsam in einem Restaurant zum Essen. Im Anschluß haben wir uns weitere Sehenwürdigkeiten, Souvenirshop's und Straßenentertainer angesehen.
Das Schloß von EdinburghIm großen und ganzen hat sich der Ausflug gelohnt. Edinburgh ist eine sehr tradionelle Stadt mit sehr alten Gebäuden und freundlichen Menschen. Edinburgh ist auf jeden fall mal einen Kurzurlaub Wert. Gegen 17.00 Uhr versammelten wir alle am verabredeten Standort um die Heimreis anzutreten. Denn unser Futsalvorstand: Slobodan Cesic, Almir Drnda und Mile Zelenika hatten noch um 20.00 Uhr in Perth das Dinner mit der UEFA Delegation.
Dinner mit der UEFA DelegationDieses tradionelle Dinner wollten wir auch in diesem jahr nutzen, um uns bei der UEFA Delegation und beim Gastgeber herzlich zu bedanken. Das Dinner fand in einem sehr guten Restaurant in Perth statt, mit tradioneller schottischer Küche auf Wunsch. Die übrigens empfehlenswert ist. Die UEFA Delegation war sehr zufrieden mit dem Auftreten aller Teams während der Spiele, aber auch neben dem Platz haben sich alle sehr vorbildlich und Fair benommen. Überhaupt war das Turnir gut organisiert vom Gastgeber Perth Saltires in Person Mr. Stephen Chatilla. An diesem Abend haben wir von den Finnen erfahren, wie groß ihr Futsalverein ist, mit fast 30 Futsalteams, wenn man das hört kommt man natürlich ins Träumen. Auch die schotten haben Futsalteams ab dem 3. Lebensjahr bei sich im Verein und organisieren für die Jugend regelmäßig Turniere und sogar schon für ältere Jugendgruppe Ligen. das alles natürlich mit Hilfe der Fußballverbände vor Ort. Auch dort hat der Futsal ein Popularitätsproblem genau wie ihn Deutschland, dennoch ziehen Regional- und Landesverbände mit den Vereinen an einem Strang, und befinden sich wie schon gesagt, auf der Überholspur.
Danke sagen Hr. Cesic und Hr. Zelenika dem
HallenmanagerNicht nur an diesem Abend haben wir uns bei allen Verantwortlichen mit kleinen Präsenten bedankt, unter anderem hat uns auch der Berliner Fußball Verband was mitgegeben, worüber sich alle beschenkten sehr gefreut haben. Sondern auch kurz vor dem letzten Spiel wollten wir es uns nicht nehmen lassen, uns bei Hallenmanager vom Bells Sportcenter zu bedanken, worüber er sich sehr gefreut hat. Das letzte Gruppenspiel fand um 18.30 Uhr gegen den montenegrinischen Meister KMF BAJO Pivljanin statt. Wir hatten uns fest vorgenommen, genau schon wie im Vorjahr zumindest den 2. Gruppenplatz zu erreichen. Doch was uns in diesem Spiel erwartete , ist uns wie gesagt noch nie passiert. Von Anfang gelang dem Montenegriner auf Anhieb alles, sie spielten sich in einen rausch. Wir hatten das Gefühl, egal was wir machen, es ist nicht richtig und nicht falsch. Aber aufgrund einer tollen Mannschaftsmoral konnten wir uns noch gut verkaufen. Auch gegen die Montenegriner haben wir bemerkt, was es bedeutet, wenn man seit Jahren die Möglichkeiten hat, regelmäßig zu trainieren. Sie denken und bewegen sich wie Futsaler. Genau dieses müssen wie auch in Deutschland erreichen, um den Futsal noch Attraktiver und Populärer zu machen.


